Wir trauern um Prof. Dr. Heinrich Hühnerfuss
10. Februar 2026, von Jürgen Voß, Paul Margaretha

Foto: FB Chemie
Heinrich Hühnerfuß, im Freundes- und Kollegenkreis „Heino“ genannt, wurde am 2. Februar 1944 in Wilster in der Elbmarsch („Perle der Westküste, Stadt der Baudenkmäler“) geboren. Er war ein echter Holsteiner und war zeit seines Lebens stolz darauf „zweisprachig“, nämlich plattdütsch und hochdeutsch, aufgewachsen zu sein. Seinen angeborenen Nachnamen mit dem fremdartigen ß-Buchstaben hat er zu Beginn seiner internationalen Karriere (Post ging natürlich zu oft an Hühnerfub) nach langen und hartnäckigen Auseinandersetzungen mit der Bürokratie tatsächlich offiziell ändern können.
Nach dem Abitur im Jahr 1963 begann er unverzüglich an der Universität Hamburg Chemie zu studieren und schloss das Studium mit seiner Diplomarbeit über ein Thema aus dem grundlegenden Forschungsbereich „Struktur der Thioamide“, das in W. Walters Arbeitsgruppe mit allen zur Verfügung stehenden instrumentellen Methoden bearbeitet wurde und in mehr als 40 Publikationen dokumentiert ist. Heino arbeitete sich dabei in die nicht einfache, besondere Technik zur Messung von Dipolmomenten ein und setzte diese Untersuchungen während der Arbeit an seiner Dissertation "Die elektrischen Momente und die Konfiguration der Thioamide und ihrer Derivate" (1971) mit großem Erfolg fort.
Zwar ging es nach der Promotion mit der Messung und wissenschaftlichen Erforschung von Dipolmomenten noch ein Weilchen weiter, aber Heino brach nun buchstäblich zu neuen Ufern auf. Seine Hauptforschungsinteressen sollten ab nun Ökotoxikologie, Biota, Wasser- und Sedimentanalysen, Fernerkundung und Charakterisierung anthropogener und biogener Monoschichten an der Luft/Wasser-Grenzfläche umfassen.
Im Jahr 1986 reichte er seine Habilitationsarbeit mit dem Titel "Die molekulare Struktur des Systems monomolekularer Oberflächenfilm/Wasser und ihr Einfluß auf Wasserwellen" ein. Fünf Jahre später (1991) erhielt er die „venia legendi“ verbunden mit dem Titel eines Privatdozenten, und wiederum fünf Jahre später (1996) wurde er zum §17-Professor am Fachbereich Chemie der Universität Hamburg ernannt.
Während seiner aktiven Tätigkeit am Institut für Organische Chemie, die bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im März 2009 andauerte, hat Professor Hühnerfuss aktiv zu den oben erwähnten Bereichen beigetragen, indem er über 200 wissenschaftliche Artikel und Bücher veröffentlichte. Auch danach blieb er wissenschaftlich aktiv, wobei seine letzte Veröffentlichung 2016 erschien.
Am 18.01.26 ist Heinrich Hühnerfuss verstorben. Wir werden ihn als hochgeschätzten Kollegen sehr vermissen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.

