Prof. Arndt Knöchel zum 90. Geburtstag
6. Juni 2026, von CW/TB
Am 6. Juni feiert Prof. Dr. Arndt Knöchel seinen 90. Geburtstag. Arndt Knöchel war bis 2001 als Professor am Institut für Anorganische und Angewandte Chemie tätig. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten war die analytische Chemie, insbesondere die Nuklearchemie.

Geboren in Rostock, wuchs Arndt Knöchel in Berlin auf. Nach dem Abitur in Berlin-Charlottenburg 1955 studierte er Chemie an der TU Berlin und folgte dann Blasius – sicher noch vielen als Autor des Praktikumsbuches Jander/Blasius bekannt – zur Promotion nach Saarbrücken.
Als Prof. Nast in Hamburg jemanden mit nuklearchemischen Fähigkeiten suchte, wechselte Knöchel zunächst auf eine Dozentenstelle am Institut, die dann in eine Professorenstelle überführt wurde. Im Jahr 1974 wurde Knöchel aufgrund seiner besonderen wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Radiochemie habilitiert.
Prof. Knöchel hat das nuklearanalytisch ausgerichtete Isotopenlabor im Institut aufgebaut. Nach dem Unfall und der Kernschmelze im Atomkraftwerk Tschernobyl, die sich in diesem Jahr zum 40. Mal jähren, war seine Gruppe besonders gefordert, da es große Unsicherheiten über die Folgen bei den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern gab.
Durch den Kontakt zum DESY und den Einsatz von Synchrotronstrahlung konnte die RFA-Analytik deutlich verbessert werden. Diese wurde anschließend in zahlreichen Forschungsprojekten zur Umweltanalytik eingesetzt. So entstand unter Beteiligung zahlreicher Forschergruppen das „Internationale Oder-Projekt“, das Prof. Knöchel leitete. Auch Prof. Wittko Francke war mit der Untersuchung organischer Stoffe in diesem Projekt beteiligt.
Die Schwermetallbelastung der Mulde, die durch die Industriegebiete um Bitterfeld-Wolfen fließend in die Elbe mündet, wurde in Kooperation mit der TU Bergakademie Freiberg untersucht.
In der Lehre hat sich Prof. Knöchel um eine Neuausrichtung der Lehramtsausbildung verdient gemacht. Er baute das Lehramtslabor im Gebäude AC aus und führte neue Seminare sowie vergleichsweise freie Praktika ein. So wurden die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer auf gesellschaftliche Auseinandersetzungen vorbereitet – auf der Grundlage einer soliden naturwissenschaftlichen Bildung. Bis heute werden Teile seiner Lehramtsreform erfolgreich fortgeführt.
Das Ehepaar Knöchel lebt nach wie vor in ihrem Haus in Poppenbüttel. Fit hält ihn nicht zuletzt der Kontakt zu seiner Familie, unter anderem zu seinen beiden Enkelinnen, die in der Nähe leben, wie wir bei einem Besuch erfuhren.
Ein Interview wird in der nächsten Mitarbeiterzeitung CU erscheinen. Wir gratulieren ganz herzlich zum runden Geburtstag und wünschen noch viele Jahre bei guter Gesundheit.

