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Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wittko Francke
Abteilung für Organomeereschemie
Telefon: 040 / 42838 - 2866, Fax: - 3834
Wissenschaftlicher Werdegang:
Chemie-Diplom in Hamburg (1968); Dissertation in Hamburg bei Prof.
Dr. K. Heyns (1973); Habilitation in Hamburg (1979); Professor in
Hamburg (seit 1985); Rufe an die Universitäten Gießen (1985) und
Heidelberg (1990) abgelehnt. Präsidumsmitglied und Präsident der
International Society of Chemical Ecology (1986-1993);
Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Liebig-Vereinigung für
Organische Chemie der GDCh (seit 1996); Chairman der YEER-Jury
(Young Europeans’ Environmental Research, seit 1990);
Mitherausgeber der Zeitschriften Chemoecology, J. Chem.
Ecol. und Europ. J. Org. Chem.
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| Naturstoffchemie: Mikroanalytik,
Strukturaufklärung, Massenspektrometrie, Pheromone, Allomone,
Naturstoffe in aquatischen Organismen, stereoselektive Synthese
Umweltchemie: Ultraspurenanalytik, Non-Target-Screening, Fremdstoffe, Xenobiotika, Biologischer Abbau |
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Im Mittelpunkt unserer Untersuchungen stehen Isolierung, Strukturaufklärung und Synthese von Naturstoffen aus terrestrischen und aquatischen Organismen sowie von anthropogenen Fremdstoffen in der Umwelt. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind in über 250 Publikationen niedergelegt.
Naturstoffchemie
Schwerpunkte der naturstoffchemischen Arbeiten liegen bei der
Identifizierung von Signalstoffen, die Insekten zur Übermittlung von
Informationen nutzen [1]. Zur Verständigung hat jede Art eigene
spezifische Signale entwickelt. Die Kenntnis dieser „chemischen
Sprache" trägt nicht nur zum Verständnis ökologischer
Zusammenhänge bei, sondern eröffnet Möglichkeiten zur selektiven
Schädlingsbekämpfung.
Zur Strukturaufklärung von Spurenkomponenten komplexer Naturstoffgemische
setzen wir gaschromatografische Methoden ein und koppeln diese mit der
Massenspektrometrie. Strukturbeweise erfolgen durch Vergleich der
analytischen Daten der Zielsubstanzen mit denen von authentischen
Vergleichssubstanzen. Diese von uns synthetisierten Naturstoffe werden von
Biologen zu Testzwecken eingesetzt. Wir haben zahlreiche neue Naturstoffe
identifiziert, deren Strukturen vom Diacetoxyalkan [2] über bicyclische
Acetale und Terpene bis zum decacyclischen Alkaloid [3] reichen.
Wir haben unsere Aktivitäten auf aquatische Systeme ausgeweitet [4] und
untersuchen darüber hinaus Sekundärmetabolite mariner Schwämme mit dem
Ziel, Leitstrukturen für neue Pharmazeutika zu finden.

Männlicher Kiefernspanner, Elektroantennogramm und Struktur des weiblichen Sexualpheromons
Umweltchemie
Die bei der Naturstoffanalytik entwickelten Techniken wenden
wir auch zur Bearbeitung umweltanalytischer Fragen an. Im Rahmen eines „Non-Target-Screening"
führen wir Bestandsaufnahmen von Fremdstoffen in Umweltkompartimenten
(Flüsse, Häfen, Nordsee) durch, um Belastungssituationen abzuschätzen.
Wir legen besonderen Wert auf die Strukturaufklärung unbekannter
Fremdstoffe und haben in diesem Zusammenhang zahlreiche neue Substanzen
identifiziert[5], deren toxikologische Relevanz überprüft wird.

Eine neue Klasse von Fremdstoffen: Haloether in der Elbe
[1] W. Francke, S. Schulz,
Pheromones in: Comprehensive Natural Products Chemistry, Sir Derek Barton, Koji
Nakanishi eds. Vol 8, Elsevier, Amsterdam 1999, 197-261.
[2] Y. Hilbur, P. Andersson, H.
Arn, M. Bengtsson, J. Löfqvist, A. J. Biddle, O. Smitt, H. E. Högberg, E. Plass, S.
Franke, W. Francke, Naturwissenschaften 1999, 86,
292-294.
[3] F. C. Schröder, V. Sinnwell,
H. Baumann, M. Kaib, W. Francke, Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 1997, 36,
77-80.
[4] E. Zeeck, C. T. Müller, J.
D. Hardege, U. Papke, V. Sinnwell, F. C. Schröder, W. Francke, Chemoecology 1998,
8, 33-38.
[5] J. Schwarzbauer, S. Franke,
W. Francke, Fresenius J. Anal. Chem. 1999, 365, 529-536.