Neue & alte Infektionskrankheiten
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Verschiedene Ringvorlesungen aus dem Themengebiet der Lebenswissenschaften werden von der Universität Hamburg bereits seit Jahren sehr erfolgreich angeboten und stehen im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens allen Bürgerinnen und Bürgern offen.
Im Sommersemester 2010 waren, wie bereits erwähnt, die "Neuen und alten Infektionskrankheiten" Schwerpunkt dieser Ringvorlesung.
Aber was verstehen wir unter Infektionskrankheiten?
Infektionskrankheiten werden durch eine Vielzahl an Erregern wie Bakterien, Pilzen, Viren, Protozoen, Prionen verursacht. Sie können sich hochakut in einem Zeitraum von Stunden entwickeln oder über Wochen, Monate, manchmal Jahre hinweg langsam entstehen. Weltweit stellen sie die
häufigste Todesursache dar. Während die Pocken ausgerottet werden konnten und die Eliminierung der Kinderlähmung in den nächsten Jahren erwartet wird, sind Infektionskrankheiten wie AIDS und Tuberkulose (TB) weiter auf dem Vormarsch.
HIV/Tuberkulose-Koinfektionen begünstigen sich gegenseitig - es wird weltweit von ca. 11 Millionen Erwachsenen ausgegangen, die mit beiden Krankheitserregern infiziert sind. Die WHO hat Malaria, eine Krankheit, die jedes Jahr zwischen ein und zwei Millionen Menschen tötet, ebenso wie HIV/AIDS und TB, als eine der größten Herausforderungen für das Gesundheitswesen bezeichnet.
Verlauf und Prognose einer Infektionskrankheit hängen von der Fähigkeit des Immunsystems ab, den Erreger zu eliminieren. Gegen einige Erreger kann vorbeugend geimpft werden. Die Medizin hält für viele, jedoch nicht für alle erregerbedingte Krankheiten, spezifische Gegenmittel bereit (Antibiotika gegen Bakterien, Antimykotika gegen Pilze und Virostatika gegen Viren). In der Humanmedizin haben bakterielle Infektionskrankheiten seit dem Einsatz von Antibiotika viel von ihrem Schrecken verloren. Allerdings führt das zunehmende Auftreten von Resistenzen dazu, dass einige dieser Waffen bereits stumpf geworden sind. Während viele bakterielle Infektionen über Jahrzehnte gut
therapierbar waren, verschlechtert sich die Situation fortlaufend durch Resistenzentwicklung. Aus diesem Grund sind, auch 80 Jahre nach Entdeckung des Penicillins, neue Forschungsansätze auf diesem Gebiet erforderlich, nachdem die medikamentöse Versorgung lange Zeit als sichergestellt galt. Neben den Infektionswegen Mensch zu Mensch und Tier zu Mensch, gibt es auch Lebensmittelinfektionen. In diesem Jahr befand sich z.B. ein mit Listerien verunreinigter Käse in den Schlagzeilen.
Lebensmittelinfektionen werden ausgelöst durch mikrobiell kontaminierte Lebensmittel oder kontaminiertes Wasser. Vermieden werden können diese Infektionen sowohl durch traditionelle als auch durch innovative lebensmitteltechnologische Verfahren und besondere hygienische Maßnahmen.
Die Vorträge zu den angebotenen Themen wurden von Wissenschaftlern des Fachbereichs Chemie der Universität Hamburg, von Forschern
des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und einem Vertreter der BASF SE,Ludwigshafen gelesen.
Ansprechpartner:
Universität Hamburg