MIN-Fakultät - Department Chemie - Gesundheitswissenschaften

 
 

 
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der Arbeitsgruppe Univ.-Prof. Dr. med. I. Mühlhauser und MitarbeiterInnen


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Investigating a training supporting Shared Decision Making

Laufzeit: 1. 6. 2009 - 31. 12. 2012

Beschreibung: Intervention und Kommunikationsanalysen: Institute für Kommunikation in der Medizin
Team: Dr. Jürgen Kasper, Frauke Hoffmann, www.doktormit.com am Institut für Gesundheitswissenschaften der Universität Hamburg

Patientenbeteiligung ist das Kernkonstrukt der shared decision making-Methode (SDM, deutsch =  geteilte Entscheidungsfindung), welche den traditionellen Kommunikationsstil der paternalistischen Kommunikation des Arztes mit dem Patienten kontrastiert. Es wird angenommen, dass der herkömmliche Stil der Entscheidungsfindung, bei der der Arzt im besten Dafürhalten (väterlich) die Verantwortung für den Patienten übernimmt, an den Bedürfnissen beider Parteien vorbeigeht und sich daher negativ auf die Qualität der Entscheidungen auswirkt. Qualität bedeutet hier, dass die Entscheidungen von evidenz-basiert informierten Patienten in Übereinstimmung mit deren Werthaltungen getroffen werden. Als förderlich hierfür gilt eine demokratische Kommunikation, die einen gegenseitigen Austausch des medizinischen Wissens, wissensbezogener Überzeugungen und subjektiver Werthaltungen, Vorerfahrungen und Erwartungen verwirklicht. Neben Kompetenzen der gegenseitigen Beteiligung an einer gemeinsam gestalteten Kommunikation erfordert SDM auch die Berücksichtigung der Kriterien der evidenz-basierten Patienteninformation (EBPI) [Bunge 2010]. Hierbei handelt es sich um teils ethisch begründete und teils selbst wissenschaftlich belegte Richtlinien, wie Informationen zu Nutzen und Schaden medizinischer Maßnahmen vermittelt werden sollten, um ein unverzerrtes Verständnis dieser sogenannten Risiko-Information zu ermöglichen.

Das Projekt geht den Fragen nach,

  • ob ein neu entwickeltes SDM-Training für Ärzte zu entsprechenden Veränderungen in der Kommunikation medizinischer Entscheidungen führt
  • ob sich ein neuer SDM-Ergebnisparameter – ein aus verschiedenen Beurteilungskomponenten und aus verschiedenen Beurteilungsperspektiven zusammengesetzter Koeffizient – als Goldstandard für SDM eignet
  • ob SDN zu einer veränderten Wahrnehmung und Verarbeitung von entscheidungsbezogenen Ungewissheiten führt

           
40 Ärzte dokumentieren jeweils vier Konsultationen per Video und mit Fragebögen, die sie selbst und die jeweils beteiligten Patienten ausfüllen. Es sind 7 klinische Zentren in Deutschland beteiligt. Zwischen den Konsultationen erhalten die Ärzte Module eines Kurztrainings, im einzelnen, ein Trainingsmanual, einen Lehrfilm und mehrmals unmittelbar auf eine Konsultation bezogenes Feedback. Verglichen werden Warte-Kontroll- und Interventionsgruppe. Alle Teilnehmer bekommen das vollständige Training.


Ansprechpartner:
Dr. phil. Jürgen Kasper
k@sper.info