MIN-Fakultät - Department Chemie - Gesundheitswissenschaften

 
 

 
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Drittmittel-geförderte Forschungsprojekte
der Arbeitsgruppe Univ.-Prof. Dr. med. I. Mühlhauser und MitarbeiterInnen


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Evidenz-basierte Patienteninformation

Laufzeit: 1. 7. 2000 - 30. 6. 2003

Kooperationspartner:
Prof. Dr. Jürgen Berger, Abteilung für Mathematik in der Medizin, Universitätsklinikum Eppendorf, Universität Hamburg

Beschreibung: Modellhafter Aufbau und Evaluation einer Evidenz-basierten Patienten-Information. Beginnend mit der Analyse verfügbarer Patienten/Verbraucher-Informationsangebote, wird die wissenschaftliche Literatur so aufgearbeitet und dargestellt, dass sie eine Wissenschafts-basierte informierte Entscheidung ermöglicht. In einer randomisierten kontrollierten Studie soll der Einfluss unterschiedlicher Darstellungen wissenschaftlicher Daten auf die Entscheidungen der Patienten/Verbraucher untersucht werden. Das Informationssystem soll integraler Bestandteil der Kommunikation zwischen Patienten/Verbrauchern einerseits und Ärzten/Anbietern im Gesundheitssystem andererseits werden, um im Sinne der Definition von David Sackett von "Clinical Epidemiology" und "Evidence-based Medicine" dem Anspruch der Integration von Patientenwerten und Berücksichtigung von Patientenpräferenzen im medizinischen Entscheidungsprozess gerecht zu werden. Folgende Themen werden zur Zeit exemplarisch bearbeitet: Screening mit Hämoccult-Test auf Kolon-Karzinom, medikamentöse und nicht-medikamentöse Massnahmen zur Prävention von Frakturen im Alter, sog. Hormonersatztherapie in der Meno-/Postmenopause.

Wissenschaftliche Schwerpunkte:
  1. Analyse von Informationsmaterial für Patienten/Verbraucher anhand der Kriterien der Evidenz-basierten Medizin.
  2. Erhebung von Wissensstand und Wünschen der Zielgruppe zu Informationsangeboten im Rahmen von Fokusgruppen.
  3. Untersuchung von verschiedenen Methoden zur Kommunikation von klinisch epidemiologischen Daten. In einer bereits abgeschlossenen, zur Zeit in Auswertung befindlichen prospektiven randomisierten kontrollierten Studie mit etwa 200 Studierenden wurden 2 verschiedene Arten der Repräsentation von Ergebnissen zur Beurteilung des prädiktiven Wertes diagnostischer Tests verglichen: die 4-Felder-Tafel und die Darstellung von natürlichen Häufigkeiten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollten für Medizinstudenten und Ärzte von besonderer Relevanz sein, zumal ein erheblicher Anteil der Ärzte prädiktive Werte nicht richtig interpretieren kann.
  4. Untersuchung der Auswirkungen des "Framing of data" auf die Entscheidungen der Zielgruppen. Hier soll vor allem die bisher kaum untersuchte Darstellung von Ergebnissen unter Betonung der Gruppen von Patienten/Verbrauchern, die keinen Nutzen von einer Intervention haben, evaluiert werden.

Drittmittelgeber:
Robert-Bosch-Stiftung

Ansprechpartnerin:

Dr. phil. Anke Steckelberg
ASteckelberg@uni-hamburg.de

Mehr Information: www.gesundheit.uni-hamburg.de