Drittmittel-geförderte Forschungsprojekte
der Arbeitsgruppe Univ.-Prof. Dr. med. I. Mühlhauser und MitarbeiterInnen
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Katastrophenbereitschaft von Pflegenden in Krankenhausnotaufnahmen - Entwicklung und Validierung eines Verfahrens zur Evaluation von Kompetenzen, die Pflegende in Notaufnahmen bei Krisensituationen zeigen sollten
Laufzeit: 1. 7. 2011 - 30. 6. 2013
Beschreibung: Es wird ein Verfahren zur Bewertung der Kompetenzen entwickelt, die Pflegepersonal in zentralen Krankenhausnotaufnahmen in Krisensituationen zeigen sollten. Diese Kompetenzen sind zentral für die Katastrophenbereitschaft im Gesundheitssektor. Es ist ein Projekt der Universität Hamburg und wird durch den Klinikbetreiber Asklepios unterstützt. Das Projekt dient der Sicherung der Qualität der Patientenversorgung in Akut- und Krisensituationen sowie gesundheitsökonomischen Zielen.
Das Evaluationsverfahren wird über vier Projektschritte entwickelt und getestet: 1) Über Feldforschung und Literaturanalysen werden die Zielgruppe (in den Notaufnahmen tätige Pflegedisziplinen) und die erforderlichen Kompetenzen identifiziert. Mit einer internetbasierten Umfrage (Delphi) werden die Ergebnisse mit Experten abgestimmt. 2) Aus den identifizierten und abgestimmten Kompetenzen wird der Prototyp des Verfahrens entwickelt. Im Rahmen einer Pilotstudie wird dessen Verwendbarkeit getestet. Falls erforderlich, wird das Verfahren überarbeitet. 3) Die Qualität der mit diesem Verfahren vorgenommenen Kompetenzbewertungen wird über mehrere simulierte „Ersatzereignisse“ (Katastrophenschutzübungen in Krankenhäusern) ermittelt. 4) Aus dem fertigen Instrument wird ein praktisch verwendbares Evaluationshandbuch (Produkt) zusammengestellt.
Das Evaluationshandbuch wird frei zugänglich (ohne Schutzrechte) im Internet veröffentlicht und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bereitgestellt. Die Asklepios Kliniken werden es in ihren Kliniken einführen. Rückmeldungen werden systematisch erfasst und ausgewertet. Daraus wird ggf. Optimierungsbedarf abgeleitet.
Erwartet wird ein zuverlässiges und praktisch verwendbares Verfahren zur Kompetenzmessung. Aus dessen Anwendung lassen sich für Krankenhäuser gezielte Fortbildungsmaßnahmen und Prozessoptimierungen ableiten. Erwartet wird, dass eine Optimierung der Versorgungsprozesse über Qualitätssicherung auch Kosten spart. Verfahren zur Kompetenzmessung liegen auch für andere Disziplinen des Gesundheitssektors, die in Katastrophenfälle involviert sind, nicht vor. Der theoretische Ansatz des Projektes ist innovativ, das fertig entwickelte Verfahren und die angewendete Evaluationsmethodik können als Basis für andere Forschungsprojekte dienen.
Ansprechpartner:
Dr. phil. Matthias Lenz
Matthias.Lenz@uni-hamburg.de